Abitur-Entlassfeier 2025: “Full House” zum Abschied
09.07.2025 17:26
Das Abi-Motto „Cabino Royale: um jeden Punkt gepokert“ fasst mit Selbstironie, aber durchaus realitätsbezogen, die Qualifikationsphase unserer Absolvent:innen zusammen. 85 erhielten am 4. Juli ihre Zeugnisse, darunter 21 mit einem Einser-Durchschnitt.

Das Wichtigste am „Casino Royale“ ist der Dresscode – kein Zutritt ohne entsprechende Gewandung: Wahrscheinlich deswegen erschienen viele Abiturient:innen bereits zur Zeugnisverleihung in auffallend eleganten Outfits.

Und wie in jedem Casino, das etwas auf sich hält, gab es gehobene Unterhaltung: Mit einer Klavierversion von „Summertime“ von George Gershwin eröffnete Musiklehrer Dr. Marco Hoffmann den Abend am Flügel. Später begleitete er Evnika Reimer (9D), Preisträgerin beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“. Sie spielte das „Cantabile“ von Niccolo Paganini auf der Violine. Mia Hallbauer (8B) beeindruckte einmal mehr mit ihrem ausdrucksstarken Gesang, diesmal mit „Schatten ohne Licht“ (Madeline Juno).


Die Schulband, ebenfalls geleitet von Marco Hoffmann, umrahmte die Rede von Schulleiter Sven Dombrowski: Zu Beginn untermalten Schlagzeuger Luca Benninghaus (10B), die Gitarristen Felix Bahr (7C), Jona Pingel (10C) und Luis Schröder sowie Bassist Leif Lübke (10B) Zitate aus dem Kölschpop-Song „Hück steiht de Welt still“ (Cat Ballou). Am Ende performte die gesamte Band mit zusätzlich Luis Bittner (9D) am Klavier, Marcus Rodetzka (Q2) an der Gitarre und den Sängerinnen Jiali Zhang, Liv Schröder und Stella Finkensiep (Q2) den Popsong „Das kann uns keiner nehmen“ (Revolverheld).

Nachdem er mit Sven Dombrowski und dessen eigenhändig gemixtem „Vesper Martini“ auf den Abiturjahrgang angestoßen hatte, fasste Bürgermeister Jan Nesselrath die Gefühlswelt am Tag der Zeugnisverleihung zusammen: Abschied, Aufbruch, Erleichterung, überschäumende Freude neben bitterer Enttäuschung – wie im Casino eben. Mit dem Unterschied, dass man im richtigen Leben das Glück selbst in der Hand hat.


Der Schulpflegschafts-Vorsitzende Kai Radek erläuterte augenzwinkernd, wie sich die Wörter Schule, Schüler, Pädagoge und Abitur – alle mit Wurzeln in der griechisch-römischen Antike – zur Abiturentlassfeier zusammenfügen: „Die Kinder reicher Eltern (scholaris: Schüler), die von Sklaven (paidagogos: Pädagogen) zur Schule (scholé: Ort für Freizeit und Nichtstun) gebracht wurden, haben sich jahrelang der Muße hingegeben, um jetzt diese Einrichtung zu verlassen (Abitur, abire: weggehen).“ Pokern, Bluffen und gezinkte Karten inklusive.

Wer nach jahrelangem Aufenthalt von einem Ort weggeht, hat dort Spuren hinterlassen und bekommt gute Wünsche mit auf den Weg. In diesem Sinne dankte die amtierende Schulsprecherin Maya Bayazit ihrem Vorgänger-Team für die gute Zusammenarbeit.

Die Jahrgangsstufensprecher Noah Bayazit und Mika Stieper dankten den Eltern, Lehrer:innen und Mitarbeiter:innen der Schule für die Unterstützung in guten und schlechten Zeiten sowie ihrer Stufe für die schönen Momente auf den Klassen- und Stufenfahrten und die „kleine, aber feine Stufengemeinschaft“.

In der abschließenden Rede ließ Schulleiter Sven Dombrowski die verschiedensten „Begegnungen“ der Abiturient:innen im Laufe ihrer Schulzeit Revue passieren: mit Lehrer:innen, mit Freunden und Mitschüler:innen, im Schulalltag, auf Klassenfahrt oder bei ernsten Gesprächen hinter verschlossener Tür. Mit einem gedanklichen Schwenk vom Reifezeugnis zum Reifegrad der Trauben bei der Weinlese endete seine Rede mit einem alten Sprichwort: in vino veritas.

Zur Wahrheit des Abiturjahrgangs 2025 gehört auch, dass es dieser Stufe „nicht so ganz gelungen ist“, eine „gemeinsame Jahrgangsstufe“ zu werden. Sven Dombrowski plädierte für mehr Mut und Offenheit für neue Begegnungen, denn: „Manchmal sind es vielleicht gerade die Menschen, die uns nicht sofort sympathisch sind oder mit denen wir Schwierigkeiten haben, die uns am meisten lehren.“

Im Anschluss an die Reden erhielt die Stufe Q2 ihre Schulabgangszeugnisse. Mehrere Schüler:innen wurden für besondere Leistungen und Engagement geehrt:
- Die Jahrgangsbesten (1,0-Abitur): Julius Kostewitz, Noah Bayazit, Merle Berger
- Die besten Seiteneinsteiger: Nathanael Dück, Artur Kasdorf
- Die ehemaligen Schulsprecher: Merle Berger, Noah Bayazit, Mika Stieper

Das EGM-Presseteam gratuliert allen Absolvent:innen ganz herzlich zum Schulabschluss und wünscht Glück, Erfolg und Zuversicht!
Text: Ingun Arnold
Fotos: Mia Peters (8A), Rasmus Hinnenkamp (8D), Ursula Schraad
