Aus dem Unterricht: „Heimsuchung“ auf der Bühne
24.03.2026 06:30
Am Freitagabend des 13. März 2026 besuchten wir – der Q1-Deutsch-Grundkurs von Herrn Walter – das Jugendtheater LUTZ im Theater Hagen, um die Inszenierung des Stückes „Heimsuchung“ nach dem gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck anzusehen.

Im Unterricht hatten wir uns im Vorfeld mit dem Roman beschäftigt, der aktuell zum Abitur-Pflichtstoff gehört. Deshalb waren viele von uns gespannt, wie die komplexe Handlung auf der Bühne umgesetzt werden würde.
Vor Beginn der Vorstellung nahm sich die Regisseurin und Leiterin des LUTZ, Anja Schöne, sogar extra Zeit für uns. In einem etwa halbstündigen Gespräch erklärte sie ihre Herangehensweise an die Inszenierung und berichtete auch von ihren Erfahrungen im Austausch mit der Autorin. Dadurch konnten wir besser verstehen, wie schwierig es ist, einen Roman mit vielen Zeitsprüngen und unterschiedlichen Geschichten in ein Theaterstück zu verwandeln.
Die Aufführung selbst war eine Mischung aus Theater, Lesung und musikalischen Elementen. Dabei arbeiteten die Schauspieler mit drei Musikern des Philharmonischen Orchesters Hagen zusammen. Diese Kombination sorgte für eine besondere Atmosphäre und machte die Handlung emotional eindrucksvoll.

Inhaltlich erzählt „Heimsuchung“ anhand eines Hauses am Scharmützelsee in Brandenburg fast hundert Jahre deutscher Geschichte vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung. Immer wieder versuchen Menschen, dort – etwa 80 Kilometer südöstlich von Berlin – ein Zuhause zu finden, werden jedoch durch politische Ereignisse und Veränderungen gezwungen, den Ort zu verlassen. Themen wie Heimat, Vertreibung, Sehnsucht und Veränderung ziehen sich durch die verschiedenen Schicksale, die im Stück dargestellt werden.
Besonders auffällig fanden wir, dass die Inszenierung mit nur zwei Schauspielern auskam, die als Erzähler durch die unterschiedlichen Lebensgeschichten führten. Trotz der reduzierten Besetzung entstand eine sehr besondere Stimmung, die uns zum Nachdenken brachte. Insgesamt war der Theaterbesuch für uns eine interessante und hilfreiche Erfahrung, weil wir den Roman einmal auf eine ganz andere Weise erleben konnten.
Text: Laura Kriesten (Q1)
Fotos: Pressematerial des Theaters Hagen
