Theater-Abend der Diff-Kurse: „Heute. Springen.“

09.07.2025 17:20

Kurz vor Schuljahresende zeigten die Differenzierungskurse „Theater“ (Stufen 9/10) ihre selbst geschriebenen und inszenierten Stücke. Freunde, Familie und viele andere Menschen versammelten sich in der Aula, um sich die beiden Produktionen anzuschauen.

 

 

Der große Unterschied zur Theater-AG war, dass die Diff-Kurse ihre Stücke selbst geschrieben haben und nicht einen bereits vorhandenen Schauspieltext inszenierten. So gab es an diesem Abend viel schauspielerisches Können, schöne Bühnenbilder und vor allem eine ganze Menge Gesellschaftskritik.

 

 

Eröffnet wurde der Abend ganz traditionell von Herrn Erdmann und Frau Hilbrandt, den beiden Lehrern der Kurse. Den Anfang machte die Stufe 10 mit ihrem Stück „Heute”. Das Hauptthema war die heutige Gesellschaft und ihre Probleme. Denn was ist, wenn das perfekte Foto wichtiger ist als der Moment? Die Menschen nicht mehr ohne KI denken können? Wenn alle gleich sind und alle, die in dieses Muster nicht passen, ausgeschlossen werden? Diese Haltung kritisierten die Schüler:innen, indem sie zum Beispiel eine berühmte Influencergruppe porträtierten, die für Likes und Follower alles taten. Dabei wurde deutlich, wie fake und gestaged das Leben dieser Menschen ist.

 

 

Auch KI ist heute ein wichtiges Thema und ihr Gebrauch sehr umstritten. Durch die als ChatGPT verkleideten Darsteller:innen und Schüler:innen, die sogar Liebesbriefe mit ChatGPT schrieben, zeigte der Kurs, wie die Welt Schritt für Schritt das Denken verlernt. Auch für das Bühnenbild wurde von einer KI Gebrauch gemacht und so fiel es schwer zu glauben, dass die Person, die auf der Leinwand im Hintergrund zu sehen war, die gleiche Person ist, die auf der Bühne stand - denn nicht perfekt zu sein ist ein Makel und wer würde da nicht gerne mit KI aushelfen?

 

 

Auch der Gruppenzwang wurde thematisiert. Wenn alle gleich aussehen und gleich denken, geht jede Individualität verloren. Alle, die nicht in dieses Muster passen, werden zu Außenseitern. Die Darsteller:innen zeigten, wie schwierig es ist, man selbst zu sein. Mit viel Applaus und der Anregung, sich selbst zu hinterfragen, verließen die Schüler:innen zum letzten Mal die Bühne. Die Diff-Kurse enden nach der 10. Klasse und so machten die Gruppe Platz für den Diff-Kurs 9, der an diesem Tag Premiere feierte.

 

 

„Springen.“ war der Titel des Stücks und auch dieser Kurs behandelte ein ernstes Thema – Mobbing und was es mit Menschen macht. Viele verschiedene Darsteller:innen schlüpften in die Rolle von Lara, die in ihrer Klasse eine Außenseiterin und Mobbingopfer ist. Auch in diesem Stück wurde wieder klar: Wer nicht so ist wie die anderen, wird verstoßen. Mithilfe von Tagebucheinträgen des Mädchens, die die Schauspieler:innen vortrugen, und vielen Szenenwechseln und Zeitsprüngen zeigte der Kurs die Gefahren von Mobbing und wie viel schöner es wäre, wenn sich alle Menschen lieben würden.

 

 

Dann gipfelte das Stück in einer Tragödie, in der Lara vom Opfer zur Täterin wurde und durch ein Attentat viele Menschen in den Tod riss. Mit vielen Emotionen und guter schauspielerischer Leistung wurde dieser emotionale Moment porträtiert und zeigte, welche Gefahren hinter Mobbing lauern: „Du musst springen.“ Mit diesem Satz, dem Sprung in ein neues Leben und erneut viel Applaus endete zwar das Theaterstück – aber die Hoffnung, dass man mehr Aufmerksamkeit auf diese unbequemen Wahrheiten gelenkt hatte, bleibt.

 

 

Alle Schauspieler:innen, Herr Erdmann, Frau Hilbrandt und auch das Technik-Team, die zwar nicht immer zu sehen sind, aber einen tollen Job machen, haben dafür gesorgt, dass die Zuschauer:innen mit viel Bewunderung für diese herausragende Leistung nach Hause gingen.

 

 

Text: Sophie Alte (10D)

Fotos: Amelie Renschler (EF)

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