Karadikkal-Tag: Erfahren, wie Kinder in Indien leben

23.09.2025 19:03

Jedes Jahr lernt die Stufe 6 beim „Karadikkal-Tag“ unsere Mädchen-Partnerschule in Indien kennen, die wir seit Jahrzehnten unterstützen. Um die Lebensbedingungen zu zeigen, knüpften sie Armbänder und tauschten sie gegen Reissäckchen. Los ging es im Forum.

 

 

Herr Dr. Wolf begrüßte uns und erklärte, was alles auf dem Programm steht. Dann wurde ein Video aus der Sendereihe „Willi will‘s wissen“ geschaut: Er war in Indien und hat hart arbeitende Kinder besucht. Nach der Hälfte der Folge wurden die Klassen in ihre Klassenräume gebeten.

 

 

Dort erklärte unser „Aufsichtspersonal“ (Lehrer), dass wir Armbänder knüpfen müssen, um einen Eindruck von der Kinderarbeit in Indien zu erhalten. Die Armbänder mussten der jeweiligen Aufsichtsperson passen und sollten ca. 70 Perlen haben. Also setzten wir uns in unsere “Familien”, die wir ein paar Tage zuvor eingeteilt hatten, und legten los. Nach ungefähr eineinhalb Stunden musste jede “Familie” mindestens 10 Armbänder geknüpft haben.

 

 

Wer fertig war, lief ins Forum, wo Herr Dr. Wolf hinter einem Tisch saß und die Armbänder nach einer Kontrolle aufkaufte. Pro Armband bekamen die „Familien“ 1 Rupie. Mit diesen Rupien konnten sie sich bei Frau Hilbrandt (alias Frau Ramaswami) ein kleines Reissäckchen kaufen. Ein Reissäckchen kostete eine Rupie. Die meisten „Familien“ konnten sich zwei Reissäckchen leisten.

 

 

Dann führten Frau Hilbrandt und Herr Dr. Wolf, ein wohlhabender Familienvater, ein kleines Stück  auf, bei dem der Vater im Laden von Frau Ramaswami für einen Fernsehabend mit seiner Familie einkaufen war. Dabei kaufte er so viel, wie sich die einfachen Arbeiter-Familien von ihrem Lohn in Indien niemals hätten leisten können.

 

 

Danach hat Herr Dr. Wolf den Kindern noch Bilder gezeigt von der Mädchenschule in Karadikkal, die eine Partnerschule des EGM ist. In Indien ist es nämlich so, dass die meisten Kinder arm sind und deswegen arbeiten müssen und nur sehr wenig Geld verdienen. Manche müssen von früh bis spät arbeiten und bekommen dafür nur 5 Rupien. Eine Rupie ist bei uns so viel wie 1 Cent. Der Karadikkal-Tag ist dafür da, dass wir uns in die Lage der Kinder, die nicht in die Schule gehen können, hineinversetzen und sehen, dass es uns viel besser geht. Und dass wir lernen, es wertzuschätzen, dass wir in die Schule gehen dürfen und müssen.

 

 

Danach ging es im Klassenraum weiter. Dort wurde erst einmal aufgeräumt und wir haben besprochen, wie uns der Tag gefallen hat. Nachdem das erledigt war, wurde der Rest von „Willi will‘s wissen“ in Indien geschaut und 30 Minuten darüber diskutiert.

 

 

Um 11 Uhr ging es zusammen mit der Klasse zurück ins Forum, wo Herr Dr. Wolf uns erklärte, wo wir als Nächstes hingehen sollten – nämlich zu einem der drei Bio-Räume, um dort unser Säckchen Reis gegen etwas zu essen einzutauschen. Wir waren bereits sehr hungrig. Draußen an den Fenstern von Raum 71 wurde dann ein indisches Nationalgericht (Curry-Linseneintopf mit einem Stück Fladenbrot) ausgeteilt – beides war sehr lecker!

 

 

Text: Amy Icks, Marie Schördling, Hannah Neubauer (alle 6D)

Fotos: Lina Guerra, Noa Haidle, Sofia Schenke, Maxim Wagner, Alisa Yalcin, Leonora Zlatanovic (alle 6d)

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