Literatur, Reformation, Erinnerung: Die Q1 auf Studienfahrt in Thüringen

18.09.2025 15:00

In der Projektwoche ist für das EGM jedes Jahr aufs Neue viel los: die Stufe 7 fährt nach Wangerooge, die Stufe 10 ist im Betriebspraktikum, die 5. Klassen wandern nach Schoppen. Die Q1 freute sich auf eine dreitägige Studienfahrt nach Thüringen.

 

 

Voller Erwartungen trafen wir uns am Mittwoch, 10. September, mit unseren Stufenleitern Frau Seretis und Herrn Fernholz sowie Herrn Händel, Frau Loosen und Frau Reimer am Schützenplatz in Meinerzhagen, wo wir von zwei Reisebussen in Empfang genommen wurden. Pünktlich um 7:00 Uhr war Abfahrt und wir fuhren ins malerische Weimar.

 

 

 

Alle Tage waren mit abwechslungsreichen Programmen gefüllt, sodass nach unserer Ankunft eine Stadtführung auf uns wartete, in der uns viele historische Informationen über die Stadt an sich, über Deutschlands bekannteste Dichter Goethe und Schiller sowie die politische Epoche der Weimarer Republik nähergebracht wurden. Abends durften wir dann eigenständig die Stadt erkunden und genossen den Charme der Stadt mit vielen schönen Cafés, Restaurants und Läden.

 

 

Am zweiten Tag stand ein Besuch bevor, der bedrückend, wichtig und interessant zugleich war: Wir besuchten die KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Gemeinsam mit unserem Geschichtslehrer, Herrn Händel, besuchten wir das Museum und das Gelände und betrachteten originale Kleidung der Gefangenen, von ihnen geschriebene Briefe, Lager-Besteck oder Fotos von Leichen, welche bei allen prägende Eindrücke hinterließen. Das KZ Buchenwald wurde 1937 auf dem Ettersberg in der Nähe von Weimar errichtet und war eines der größten Konzentrationslager in Deutschland. Dort wurden Menschen aus ganz Europa inhaftiert, darunter Juden, politische Gefangene, Homosexuelle und Roma. Die Häftlinge mussten harte Zwangsarbeit in Rüstungsbetrieben, Steinbrüchen und der Waffenindustrie leisten. Schätzungsweise 56.000 Menschen starben dort an Erschöpfung, Misshandlung, Hunger, Krankheiten oder wurden ermordet. Am 11. April 1945 wurde das Lager von US-amerikanischen Truppen befreit, jedoch von den sowjetischen Besatzern als Arbeitslager weitergenutzt. Später entstanden an diesem Ort eine Gedenkstätte und ein Museum. Es ist kaum vorstellbar, welches Leid den Menschen an diesem Ort angetan wurde.

 

 

 

Nach dem Besuch im KZ fuhren wir mit dem Bus weiter nach Erfurt, der Landeshauptstadt Thüringens, wo wir eine Stadtrallye absolvierten und unter anderem auf die Sesamstraße, das Sandmännchen oder das Kikaninchen stießen … kein Wunder: In Erfurt sitzt der KiKa, der Kinderkanal von ARD und ZDF.

 

 

Am dritten und letzten Tag fuhren wir zurück nach Hause und besuchten auf dem Weg noch die Wartburg in Eisenach, in der wir unter anderem Einblicke in Martin Luthers Leben gewannen, da er selbst zehn Monate auf der idyllischen Burg verbracht hat. 1521/22 übersetzte er dort in nur elf Wochen das Neue Testament der Bibel.

 

 

Müde, aber dankbar und voller unvergesslicher Erinnerungen kamen wir am Freitag wieder in Meinerzhagen an und sind froh, diese schöne und lehrreiche Erfahrung gesammelt zu haben!

 

Text: Adelina Ana Bojahr (Q1)

Fotos: Frau Seretis

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