Mehr individuelle Förderung: das "Meinerzhagener Modell"
21.11.2025 00:59
Seit dem Schuljahr 2020/21 haben die Stufen 8-10 am EGM freitags anders Unterricht als sonst: Die Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten in "Bausteinen". Es gibt Zeit für individuelle Projekte, Natur- und Gesellschaftswissenschaften sowie Förderung in den Hauptfächern.

Das „Meinerzhagener Modell“ (MM) ist ein besonderes Lernangebot für Jugendliche in der Pubertät und gibt den Schüler:innen Zeit, Dinge für den späteren Alltag zu lernen. Sie werden in ihren Stärken gefordert und in ihren Schwächen gefördert, ihre Neugier und Kreativität, ihre Interessen, ihr Engagement und die Zusammenarbeit stehen im Mittelpunkt - also weniger vorgegebene Lerninhalte, mehr Kompetenztraining.
„Baustein 1“: Zeit für Praktika und Projekte
Der sogenannte „Baustein 1“ ist das Alleinstellungsmerkmal unserer Schule: Nirgendwo sonst im Umkreis können Schüler:innen ab der Stufe 8 ein halbes Schuljahr lang freitags nicht zur Schule gehen, sondern stattdessen in beliebigen Berufen ein Praktikum machen oder sich Projekte ausdenken und selbstständig durchführen. Mit dabei sind zum Beispiel Schüler:innen, die ihre eigenen Bücher schreiben, Seifenkisten bauen, Radtouren planen oder auf einem Bauernhof arbeiten. Selbständigkeit, Motivation und Eigeninitiative sind dabei unerlässlich, denn betreut werden die Schüler:innen nur zu besonderen Terminen von einer Lehrkraft. Bis zum Ende der Stufe 10 hat jede:r Schüler:in die Möglichkeit, zwei Halbjahre lang „Baustein 1“ zu wählen, 1 Praktikum ist dabei verpflichtend.

Luca Benninghaus, MM1-Projekt
Stufe 8: Fürs Leben lernen
Für die 8. Klassen werden freitags zweistündige Module angeboten, die in der Schule stattfinden. Die Schüler:innen können zum Beispiel lernen, wie man ein leckeres Mittagessen kocht, Inliner fährt oder Filme produziert. Vielleicht entdeckt der eine oder andere auch die Krimi-Werkstatt für sich? Es wird Wert darauf gelegt, dass die Kurse einen Alltagsbezug haben und man Erfahrungen für sein späteres Leben mitnehmen kann. Mit dabei: individuelle Förderung und ein ganz anderes „Unterrichtsgefühl“.

Stufen 9 und 10: Wahl und Pflicht
Die Stufen 9 und 10 haben freitags jeweils zwei Stunden lang ihre Differenzierungs-Kurse, die sie vorher gewählt haben. Die „Diff“-Kurse sind Wahlpflicht-Kurse, das heißt, jede:r Schüler:in muss einen der angebotenen Kurse wählen, der als Nebenfach gewertet und benotet wird. Es gibt naturwissenschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche Kurse, die die Schüler:innen für zwei Jahre belegen.

Jede Kursgruppe legt den Schwerpunkt "ihrer" Arbeit selbständig fest. Die Lehrer:innen können Workshops, Projekte und andere interessante Dinge anbieten, die zu den jeweiligen Schwerpunkten passen und die Schüler:innen in den Kursen ansprechen. Fächerübergreifendes, kooperatives Lernen und Arbeiten und mitunter Experimentieren stehen im Mittelpunkt.

Die anderen zwei Stunden haben die Schüler:innen Klassen-Lernzeit mit einem betreuenden Fachlehrer. Sie üben für anstehende Klassenarbeiten oder können individuell Defizite in den Hauptfächern Mathematik, Englisch, Deutsch und/oder der zweiten Fremdsprache (Französisch, Spanisch, Latein) aufarbeiten. Die Schüler:innen lernen in ihren Klassenverbänden und es wird darauf geachtet, dass eine der Klasse bekannte Lehrkraft sie betreut, die auf die Stärken und Schwächen der Schüler:innen gezielt eingehen kann.
Stufe 7: Das MM-Grundbildungsjahr
Die Schüler:innen der 7. Klassen werden gezielt auf das „Meinerzhagener Modell“ vorbereitet, indem sie Computerfertigkeiten und das eigenständige Lernen im Rahmen ihres üblichen Wochenstundenplans trainieren.

Insgesamt ein angenehmer Nebeneffekt: Freitags hat die gesamte Mittelstufe nach der vierten Stunde Schulschluss.
Text: EGM-Presseteam, mit Informationen von Herrn Schilmöller (MM-Koordinator)
Fotos: EGM-Presseteam (Archiv)
